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Optimale Reifeprozesse

Wie ein guter Bordeaux oder Burgunder sind auch Cigarren ein Naturprodukt, nur ungleich empfindlicher. Allerdings verhalten sie sich bei der Reifung einem Wein ganz ähnlich. Sie können weiterreifen und ihr Aroma ausbauen, wenn die Bedingungen dafür geschaffen werden. Am besten können sie das naturgemäß im Klima ihres Herkunftslandes. Nur ist das in geheizten, oder gekühlten, meist trockenen Räumen nicht so ganz einfach.


  1. Cigarren sollten entgegen landläufiger Meinung keinesfalls in luftdicht abgeschlossenen „Humidor“ Schatullen o. ä. gelagert werden. Dadurch entsteht sehr schnell Fäulnis. Auch sollten sie nicht gekühlt werden, oder gar tiefgefroren, um den berühmten „Tabakkäfer“ abtöten zu wollen. Der Käfer und seine Larven mögen dann zwar tot sein – die Cigarre ist es  allerdings ebenfalls.


Keinem Hersteller in Cuba oder der
Dominikanischen Republik, in Honduras oder Jamaika würde es einfallen, seine Ware zu kühlen, während sie über manchmal mehrere Jahre reift,

bevor sie in den Verkauf gelangt.


  1. Um Ungeziefer vorzubeugen und das Aroma einer Cigarre zu vervollkommnen, setzt man schon seit Anfang des 19. Jahrhunderts bestimmte Zederhölzer in einer speziellen Verarbeitung ein. In Verbindung mit einer ausbalancierten Aerodynamik der Befeuchtung, tritt auch bei Temperaturen
    von 18 -23°Celsius kein Ungeziefer auf.

Der Art und Weise des Luftaustauschs und der Aerodynamic sollte höchste Aufmerksamkeit zukommen. Obwohl eine Cigarre zu ihrer weiteren Reifung zwingend frische Luft benötigt, ist sie doch überaus empfindlich gegen jede Art von Luftzug.

Sie ist zudem empfindlich gegen Vibrationen von technischen Aggregaten und gegen UV Strahlung.


Bei längeren Reifeprozessen sollten Cigarren in ihren eigenen Kisten belassen werden, auch um die verschiedenen Geschmacksrichtungen nicht miteinander zu vermischen. Dies hätte nämlich eine allmähliche Verwässerung ausgeprägter Aromen zu einem ausdruckslosen ‚Einheitsgeschmack’ zur Folge.


Wenn alle Bedingungen harmonieren, können Cigarren von Jahr zu Jahr besser werden - man kann eine gute handgemachte Cigarre durchaus mehr als 10 Jahre reifen lassen.


So kann man sich sogar seine eigenen Jahrgangscigarren kreieren.

 Optimale Reifeprozesse